Pfahlgründungen

Die zunehmende bauliche Verdichtung in der Schweiz führt dazu, dass Neubauten vermehrt auf Baugrund mit eingeschränkter Tragfähigkeit oder heterogenen geologischen Verhältnissen erstellt werden. In solchen Situationen sind tiefreichende Gründungssysteme erforderlich, um Bauwerkslasten kontrolliert und dauerhaft in tragfähige Boden- oder Felsschichten abzuleiten.

Pfahlgründungen ermöglichen eine gezielte Lastübertragung in tiefere, ausreichend tragfähige Schichten und gewährleisten eine sichere Tragfähigkeit sowie eine kontrollierte Setzungsentwicklung. Je nach Projektanforderung kann die Lastabtragung vollständig über Pfähle erfolgen oder in Form kombinierter Systeme, beispielsweise als kombinierte Pfahl-Plattengründungen. Moderne Gründungskonzepte nutzen Pfähle zudem gezielt als Setzungsbremsen zur Optimierung des Trag- und Verformungsverhaltens.

Das Leistungsspektrum der RODIO GEOTECHNIK AG umfasst sämtliche gängigen Pfahlsysteme – vom Mikropfahl bis zum Grossbohrpfahl. Die Wahl des geeigneten Systems erfolgt projektspezifisch unter Berücksichtigung der Baugrundverhältnisse, der statischen Anforderungen sowie der baubetrieblichen Rahmenbedingungen.

Durch fundierte geotechnische Fachkompetenz, moderne Bohrtechnik und präzise Ausführung realisiert die RODIO GEOTECHNIK AG wirtschaftlich optimierte und technisch nachhaltige Gründungslösungen für Hochbau-, Infrastruktur- und Ingenieurprojekte.

Leistungsfähige Tiefgründungen für hohe Bauwerkslasten.

Ortbetonpfähle – auch als Grossbohrpfähle bezeichnet – zählen zu den am häufigsten eingesetzten Pfahlsystemen im Spezialtiefbau. Sie dienen der sicheren Ableitung hoher Bauwerkslasten in tieferliegende, tragfähige Boden- oder Felsschichten und kommen sowohl bei Einzelgründungen als auch bei Pfahlreihen oder Pfahlwänden zum Einsatz.

Die RODIO GEOTECHNIK AG beherrscht mehrere bewährte Herstellungsverfahren, welche projektspezifisch auf Baugrund, Lastanforderungen und baubetriebliche Rahmenbedingungen abgestimmt werden.

Kellybohrverfahren:

Beim Kellybohrverfahren wird ein verrohrtes Bohrloch mit einem Grossbohrgerät hergestellt. Der Boden wird mittels Bohrwerkzeug über eine teleskopierbare Kellystange gelöst und gefördert. Die Wahl des Bohrwerkzeugs erfolgt abgestimmt auf die anstehende Geologie und ermöglicht eine hohe Flexibilität bei wechselnden Bodenverhältnissen.

Nach Erreichen der Solltiefe wird der Bewehrungskorb eingebracht und der Pfahl betoniert. Die Betonage erfolgt je nach Wasserverhältnissen trocken mittels Zentrierrohr oder unter Wasser normgerecht über ein Kontraktorrohr vom Pfahlfuss her. Dieses Verfahren gewährleistet eine hohe Betonqualität und Tragfähigkeit.

Schneckenortbetonverfahren (SOB):

Beim SOB-Verfahren werden durchgehende Endlosschnecken ohne Verrohrung in den Boden eingedreht. Die Stabilisierung des Bohrlochs erfolgt durch das im Schneckengang geförderte Bodenmaterial.

Während des kontrollierten Ziehens der Schnecke wird Beton kontinuierlich über das Seelenrohr eingebracht. Anschliessend wird der Bewehrungskorb in den Frischbeton eingestellt.

Das Verfahren ermöglicht wirtschaftliche Pfahldurchmesser im mittleren Bereich und eignet sich auch für grössere Tiefen. Durch den Einsatz geeigneter Bohrwerkzeuge können zudem feste oder dichter gelagerte Böden effizient durchörtert werden.

Verdrängerbohrpfähle:

Verdrängerbohrpfähle werden im Vollverdrängungsverfahren hergestellt, bei welchem der Boden nicht gefördert, sondern seitlich verdrängt wird. Dadurch entsteht eine Bodenverdichtung im unmittelbaren Pfahlumfeld, was insbesondere in nichtbindigen Böden zu einer Erhöhung der Mantelreibung und Tragfähigkeit führen kann.

Die Herstellung erfolgt mit geschlossenen Verdrängungswerkzeugen. Während des kontrollierten Zurückziehens wird Beton unter Druck eingebracht. Anschliessend wird die Bewehrung in den Frischbeton eingestellt.

Dieses Verfahren zeichnet sich durch eine geringe Aushubmenge, reduzierte Entsorgungsaufwände sowie eine erschütterungsarme Ausführung aus und eignet sich besonders für innerstädtische Bauvorhaben mit sensibler Umgebung.

Doppelkopfbohrverfahren (VDW):

Das verrohrte Endlosschneckenbohren kombiniert Elemente des Kelly- und SOB-Verfahrens. Dabei erfolgt eine verrohrte Bohrung mit gleichzeitiger Endlosschnecke, wobei Rohr und Schnecke gegenläufig rotieren. Dieses Prinzip reduziert Unwuchtkräfte und ermöglicht eine hohe Bohrpräzision.

Die Betonage erfolgt analog zum SOB-Verfahren über das Seelenrohr während des gleichzeitigen Ziehens von Schnecke und Verrohrung. Die Armierung wird anschliessend in den Frischbeton eingebracht.

Dieses Verfahren eignet sich insbesondere bei hohen Grundwasserständen, auftriebsgefährdeten Schichten oder instabilen Bodenverhältnissen.

 

Technische Kompetenz und projektspezifische Ausführung:

Die Wahl des geeigneten Verfahrens erfolgt unter Berücksichtigung der geotechnischen Kennwerte, der statischen Anforderungen sowie der Bauablaufplanung. Moderne Grossbohrgeräte und qualifiziertes Fachpersonal gewährleisten eine präzise und normkonforme Ausführung.

Die RODIO GEOTECHNIK AG entwickelt für jedes Projekt ein objektspezifisches Gründungskonzept – technisch fundiert, wirtschaftlich optimiert und auf maximale Dauerhaftigkeit ausgelegt.

 

Effiziente Tiefgründungen mit hoher Tragfähigkeit.

Rammpfähle sind ein bewährtes System zur tiefreichenden Gründung von Bauwerken bei weichen bis mitteldichten Böden sowie bei Baugrund mit geringer Scherfestigkeit. Sie ermöglichen die sichere Ableitung von Druck-, Zug- und Horizontallasten in tragfähige Schichten.

Beim Einrammen wird der Boden vollständig verdrängt und nicht gefördert. Dadurch entsteht kein Bohrgut, die Baustelle bleibt sauber und es kann – insbesondere in nichtbindigen Böden – eine zusätzliche Verdichtung des Baugrunds erzielt werden, was sich positiv auf die Tragfähigkeit auswirkt.

Die RODIO GEOTECHNIK AG setzt vorgefertigte Stahlbetonrammpfähle ein, welche unter kontrollierten Bedingungen hergestellt werden und unmittelbar nach dem Einbau belastbar sind. Der Einbau erfolgt mit leistungsstarken hydraulischen Rammgeräten und ermöglicht eine präzise, wirtschaftliche und terminlich sichere Ausführung.

Die Wahl des geeigneten Pfahlsystems erfolgt projektspezifisch unter Berücksichtigung der geotechnischen Verhältnisse, der statischen Anforderungen sowie der Immissionsvorgaben.

Flexible Tiefgründungen bei eingeschränkten Platzverhältnissen.

Mikropfähle werden zur Fundation von Bauwerken in Bereichen mit geringer Tragfähigkeit oder heterogenen Baugrundverhältnissen eingesetzt. Sie eignen sich insbesondere für Nachgründungen, Verstärkungen im Bestand sowie für Projekte mit beschränkten Platzverhältnissen.

Die Herstellung erfolgt in der Regel über eine verrohrte Bohrung, in welche ein zentrales Stahltragglied eingebaut und anschliessend mit Zementmörtel verpresst wird. Durch gezielte Nachinjektionen kann die Mantelreibung aktiviert und die Tragfähigkeit des Pfahls weiter erhöht werden.

Die Lasteinleitung aus dem Bauwerk erfolgt üblicherweise über eine Kopfplatte oder entsprechende Anschlusskonstruktionen. Je nach statischer Anforderung können Mikropfähle Druck- und Zugkräfte aufnehmen. Der Einsatz von GEWI-Stäben mit erhöhtem Korrosionsschutz ermöglicht eine normkonforme Ausführung gemäss SIA 267, insbesondere bei dauerhaften Zugbeanspruchungen.

Die RODIO GEOTECHNIK AG entwickelt projektspezifische Mikropfahllösungen – technisch fundiert, präzise ausgeführt und optimal auf die jeweiligen Baugrund- und Tragwerksanforderungen abgestimmt.